Den Prüfbericht lesen
Was Kennzahlen, Befunde, Fundstellen, Schweregrade und Belegbilder im Prüfbericht bedeuten – und woran Sie erkennen, wie belastbar ein Ergebnis ist.
Der Prüfbericht ist das Ergebnis einer Prüfung. Solange die Prüfung läuft, zeigt er ihren Fortschritt und aktualisiert sich selbst. Geprüft wird eine Seite nach der anderen, in der Reihenfolge des Eingangs: Sind andere Prüfungen vor Ihrer an der Reihe, nennt der Bericht, wie viele Seiten davor liegen und wann Ihre Prüfung etwa beginnt. Die Zeit ist aus dem Tempo der zuletzt geprüften Seiten geschätzt. Sie müssen nicht warten – die Adresse der Seite führt jederzeit zum Stand und später zum Ergebnis. Arbeitet unsere Prüfanlage einmal nicht, sagt der Bericht auch das; Ihre Prüfung läuft danach von selbst weiter.
Danach liegt er auf vier Reitern: „Überblick“, „Befunde“, „Prüfschritte“ und „Erklärung“. Der Überblick beantwortet „wie stehe ich da?“, die übrigen drei sind die Arbeit, die daraus folgt. Die Reiter sind echte Seiten mit eigener Adresse – Sie können sie verlinken und mit dem Zurück-Knopf zwischen ihnen wechseln.
Die Leiste „Ihr Weg zur Erklärung“
Über den Reitern steht auf jeder der vier Seiten die Leiste „Ihr Weg zur Erklärung“. Sie zeigt, wo Sie auf dem Weg von der Prüfung zum Entwurf Ihrer Erklärung stehen: vier Stationen, jede mit ihrem Stand in Worten, und darunter ein Satz zum nächsten Schritt mit einem Knopf dorthin.
- „Ergebnis“ – die Prüfung ist abgeschlossen und trägt eine Aussage. Reicht das Ergebnis dafür nicht, bleibt die Leiste hier stehen und nennt den Grund: Von der Prüfung zur veröffentlichten Erklärung.
- „Prüfschritte“ – erledigt, sobald keine Frage mehr offen ist, die die Veröffentlichung sperrt. Freiwillige Fragen können dabei offen sein: Die Station nennt, wie viele Fragen beantwortet sind, und was offen bleibt, bleibt „nicht beurteilt“. Bei einer Prüfung ohne Konto steht hier „braucht ein Konto“: Manuelle Prüfschritte beantworten.
- „Angaben“ – wer erklärt und, wo er gestellt wird, der Betroffenheits-Check; bei öffentlichen Stellen in Deutschland gehört die Auswahl „Bund oder Land“ dazu. Sie machen die Angaben im Reiter „Erklärung“: Welche Erklärung zur Barrierefreiheit brauche ich?.
- „Entwurf“ – „steht bereit“, sobald die drei Stationen davor erledigt sind. Bis dahin zeigt der Reiter „Erklärung“ den Text als Vorschau: Den Entwurf selbst einsetzen.
Die Bestätigung der Domain und die Pflichtangaben sind keine Stationen. Sie stehen erst vor dem Veröffentlichen über den Dienst, nicht vor dem Entwurf: Von der Prüfung zur veröffentlichten Erklärung.
Auf schmalen Bildschirmen ist die Liste der Stationen zugeklappt und nennt nur die aktuelle; Satz und Knopf bleiben sichtbar. Hat die Seite darunter selbst einen Knopf zum selben Ziel, zeigt die Leiste nur den Satz. Die Leiste fehlt, solange die Prüfung läuft oder fehlgeschlagen ist, und in der Ansicht einer einzelnen Frage – dort führt „Zur Übersicht“ zurück.
Überblick: Stand und Kennzahlen
Ganz oben steht der „Konformitätsstand“ dieser Prüfung – „vollständig konform“, „teilweise konform“ oder „nicht konform“ – und darunter der Satz, woraus er sich ergibt.
Die Bilanz der Erfolgskriterien
Daneben stehen vier Zahlen, gemessen gegen das Konformitätsziel dieser Prüfung. Jedes Erfolgskriterium liegt in genau einem Korb, die vier Zahlen ergeben zusammen die Gesamtzahl:
- „Erfolgskriterien ohne Befund“ – die Prüfung schöpft das Kriterium aus und hat nichts gefunden.
- „nach eigener Beurteilung erfüllt“ – die Messung reicht dort nicht aus, und Sie haben jede Frage dazu mit „erfüllt“ oder „trifft nicht zu“ beantwortet.
- „Erfolgskriterien mit Befund“ – mindestens ein Mangel oder eine Frage, die Sie mit „nicht erfüllt“ beantwortet haben.
- „nicht beurteilt“ – die Prüfung reicht dort nicht aus, und eine Frage dazu ist offen oder mit „kann ich nicht beurteilen“ beantwortet, oder es gibt zu dem Kriterium keine Frage. Auch ein Kriterium, zu dem ein unsicheres Ergebnis noch auf Ihre Entscheidung wartet, steht hier; welche das sind, nennt ein Satz unter den Zahlen: Unsichere Ergebnisse beurteilen.
Der letzte Korb ist der wichtigste, und er steht bewusst gleichberechtigt neben den anderen: „ohne Befund“ heißt nicht „in Ordnung“, sondern nur „hier haben wir vollständig geprüft und nichts gefunden“. Was nicht beurteilt ist, ist kein Mangel – aber eben auch keine Bestätigung. Der zweite Korb steht neben dem ersten und nie darin: Dort hat nicht die Messung etwas bestätigt, sondern Sie. Ein Mangel aus der Messung wiegt immer schwerer als eine Antwort.
Konnte die Messung bei einem Kriterium einzelne Stellen nicht prüfen, steht das als Satz unter den Zahlen. Das Kriterium zählt dann nicht als „ohne Befund“, sondern erst mit Ihrer Antwort als „nach eigener Beurteilung erfüllt“: Unsichere Ergebnisse beurteilen.
Solange Kriterien nicht beurteilt sind und in dieser Prüfung eine Frage dazu auf Ihre Antwort wartet, steht unter den Zahlen ein Verweis, der ihre Zahl nennt und zu den Prüfschritten führt. Stammt die Prüfung aus der Zeit vor dem vollständigen Fragenkatalog, steht dort stattdessen, dass erst eine neue Prüfung die Fragen stellt. Welche Kriterien in welchem Korb liegen, steht Zeile für Zeile im Accessibility Conformance Report: Die Konformitätsaussage – und wann Sie abweichen dürfen. Eine zweite Zahl zu betroffenen Kriterien gibt es bewusst nicht — sie stammte aus dem beim Abschluss eingefrorenen Ergebnis, zählte keine nicht bestandenen Prüfschritte mit und widersprach dieser hier.
Eine Prozentzahl gibt es bewusst nicht. Barrierefreiheit ist je Erfolgskriterium erfüllt oder nicht; „87 % barrierefrei“ wäre eine Zahl, die gut klingt und nichts bedeutet.
Die beiden Wege
Unter dem Stand stehen zwei gleichrangige Karten, weil es nach einer Prüfung zwei Anliegen gibt:
- „Mängel beheben“ nennt die drei dringendsten offenen Befunde in empfohlener Reihenfolge und führt zum Reiter „Befunde“. Hinweise sind dort als „WCAG 2.2 — empfohlen“ gekennzeichnet und zählen nicht zu den offenen Befunden.
- „Erklärung erstellen“ führt mit einem Knopf zur nächsten Station des Wegs, den die Leiste „Ihr Weg zur Erklärung“ darüber zeigt – nicht auf eine Zwischenseite, die nur mitteilt, dass es nicht weitergeht. Was die Stationen bedeuten: Den Prüfbericht lesen. Bei einer Prüfung ohne Konto führt der Knopf ins Konto – „Konto anlegen und weitermachen“ oder, wenn Sie angemeldet sind, „Prüfung ins Konto übernehmen“: Wer erklärt, Betroffenheits-Check, Domain und Pflichtangaben gehören zu einer Website in Ihrem Konto und folgen danach.
Die Kennzahlen der Prüfung
- „Geprüfte Seiten“ – wie viele der ausgewählten Seiten ausgewertet werden konnten.
- „Offene Befunde“ – wie viele Regeln mindestens eine offene Fundstelle haben.
Darunter steht, wie die Seiten ausgewählt wurden: wie viele über die Sitemap und über Links der Startseite gefunden wurden, wie viele davon geprüft wurden und wie viele die robots.txt ausschließt.
Wie belastbar das Ergebnis ist
Konnten nicht alle ausgewählten Seiten geladen werden, sagt der Bericht das mit dem Anteil der ausgewerteten Seiten. Unter 80 % trägt das Ergebnis keine Konformitätsaussage, und daraus lässt sich keine Erklärung veröffentlichen: Von der Prüfung zur veröffentlichten Erklärung.
Hat die Prüfung auf einer Seite die Tastaturbedienung nicht bis zum Ende durchlaufen, steht auch das im Bericht. Über die dort nicht erreichten Elemente sagt der Bericht nichts. Der PDF-Bericht nennt je Seite, wie weit der Durchlauf kam und warum er endete: an der Obergrenze oder der Zeitgrenze der Prüfung – oder an einer Tastaturfalle, die selbst ein Befund ist.
Befunde
Der zweite Reiter. Er trägt die längste Liste des Berichts – deshalb steht sie nicht mehr unter dem Überblick, sondern daneben.
Die Liste ist in empfohlener Reihenfolge sortiert: erst nach Schwere, bei gleicher Schwere nach der Zahl betroffener Seiten. Ein Mangel in der Seitenvorlage trifft jede Seite, einer in einem einzelnen Artikel nur ihn. Über „Schwere“ und „Zustand“ blenden Sie die Liste ein Stück weit aus; die Zahl daneben sagt, wie viel von wie vielen gerade zu sehen ist.
Ein Befund steht für eine Regel – etwa „zu geringer Kontrast“ – und fasst alle Fundstellen dieser Regel zusammen. Zu jedem Befund stehen:
- der Schweregrad: „kritisch“, „schwerwiegend“, „mittel“ oder „gering“,
- die betroffenen Erfolgskriterien,
- auf wie vielen Seiten er vorkommt.
Befunde zu Kriterien, die erst mit WCAG 2.2 hinzugekommen sind, tragen den Hinweis „WCAG 2.2 — empfohlen“ – im Reiter, im Überblick und im PDF. Sie zählen nicht zu den offenen Befunden; das PDF nennt ihre Zahl deshalb eigens.
Aufgeklappt zeigt ein Befund jede Stelle einmal: den Selektor des Elements (oder „gesamte Seite“), den gemessenen Wert – etwa das tatsächliche Kontrastverhältnis –, wo nötig den Zustand, in dem das Element sichtbar wird, etwa erst im geöffneten Menü, und die Seiten, auf denen die Stelle vorkommt. Ein Mangel im Seitenfuß steht damit einmal im Bericht und nicht einmal je Seite. Messwert, Ausschnitt und Bild sind ein Beispiel von einer dieser Seiten; der Bericht nennt, von welcher. Je Regel und Seite wird eine Höchstzahl an Fundstellen erfasst; der Bericht sagt, wenn es mehr sein können.
Belegbilder entstehen für die ersten Fundstellen je Seite; je Stelle zeigt der Bericht eines. Wo keines steht, belegen Selektor und Messwert die Stelle. Belegbilder bleiben je nach Tarif bis zu 60 Tage im Dienst; der Bericht nennt das genaue Datum, und der Bericht selbst bleibt danach lesbar. Wer die Bilder länger braucht, lädt den Bericht vorher als PDF herunter: Den Prüfbericht lesen.
Jeden Befund können Sie bewerten – etwa als „kein Mangel“: Befunde bewerten.
Befunde aus der Einwilligungs-Einblendung
Befunde, die aus einem Cookie-Banner stammen, stehen in einer eigenen Gruppe. Sie zählen mit, ihre Ursache liegt aber meist in der Konfiguration oder der Wahl des Einwilligungswerkzeugs, nicht in Ihrem eigenen Quelltext.
Lässt sich ein Banner nicht zurückhaltend schließen, blendet die Prüfung es aus, ohne eine Wahl zu treffen, und prüft die Seite so, wie sie ohne Einwilligung erscheint. Der Bericht nennt die Seiten, auf denen das geschah. Sperrt das Banner die Seite dahinter, bleibt es stehen, und auch das steht im Bericht.
Zu prüfen
Auf demselben Reiter, unter den Befunden.
Stellen, die die Prüfung nicht sicher entscheiden konnte. Sie beurteilen sie je Baustein – gleiche Stellen auf mehreren Seiten auf einmal: Unsichere Ergebnisse beurteilen.
Prüfschritte
Der dritte Reiter. Hier beurteilen Sie selbst, was keine Maschine abschließend entscheiden kann – mit Vorfragen zum Inhalt Ihrer Website und Fragen in 8 Gruppen. Nur wenige davon sperren die Veröffentlichung; solange eine davon offen ist, bleibt die Leiste „Ihr Weg zur Erklärung“ an der Station „Prüfschritte“ stehen, und „Fragen beantworten“ führt zur ersten davon: Manuelle Prüfschritte beantworten.
Ihre Antworten auf die Vorfragen stehen am Ende des Reiters „Befunde“ unter „Fragen zum Inhalt der Website“, jeweils mit der Quelle – „Selbstauskunft“ oder „in dieser Prüfung gefunden“.
Erklärung zur Barrierefreiheit
Der vierte Reiter, von oben nach unten:
- „Angaben für Ihre Erklärung“ – wer erklärt und der Betroffenheits-Check. Sind die Angaben vollständig, stehen sie als zwei Zeilen da; „Angaben ändern“ öffnet das Formular wieder. Was sie bewirken: Welche Erklärung zur Barrierefreiheit brauche ich?.
- „Vorschau des Entwurfs“, später „Ihr Entwurf“ – der Text der Erklärung mit dem ermittelten Stand, daneben das Datum der Prüfung und die Zahl der geprüften Seiten. Zu sehen ist der Anfang des Textes; „Ganzen Entwurf anzeigen“ klappt den Rest auf. Solange eine Station davor offen ist, steht über der Vorschau, was fehlt und wo Sie es erledigen. Kopieren und herunterladen lässt sich der fertige Entwurf: Den Entwurf selbst einsetzen.
- „Wie kommt der Text auf Ihre Website – und was passiert danach?“ – eine Gegenüberstellung der beiden Wege: selbst einsetzen oder über den Dienst veröffentlichen, mit dem, was nach einer Änderung Ihrer Website jeweils geschieht. Erst hier steht die Bestätigung der Domain: Von der Prüfung zur veröffentlichten Erklärung.
- „Andere Dokumente aus dieser Prüfung“ – vorausgewählt ist das Dokument, das aus Ihren Angaben folgt; hier wählen Sie ein anderes oder den Accessibility Conformance Report.
Wer den Bericht sehen kann
Ein Bericht in Ihrem Konto ist nur für Mitglieder Ihrer Organisation sichtbar. Wer nicht angemeldet ist und einen Link darauf öffnet – etwa aus dem WordPress-Plugin –, wird zur Anmeldung geführt und danach zurück zum Bericht. Berichte einer kostenlosen Prüfung ohne Konto sind über ihre nicht erratbare Adresse erreichbar.
Als PDF herunterladen
Am Ende des Reiters „Befunde“ steht „Bericht herunterladen“ — dort, wo das PDF hingehört: Es archiviert genau das, was dieser Reiter zeigt. „Als PDF erstellen“ erzeugt ein PDF mit jeder Stelle, ihren Seiten und je einem Belegbild, den unsicheren Ergebnissen als Bausteine (je Regel die meistbetroffenen mit Bild, je Baustein die ersten Seiten; was darüber hinausgeht, steht im Reiter „Befunde“), Ihren Antworten auf die manuellen Prüfschritte und auf die Vorfragen – auch mit den Stellen, die Sie im Bericht nie aufgeklappt haben. Die Prüfschritte stehen dort in derselben Reihenfolge und mit denselben Antworten wie im Reiter, auch „kann ich nicht beurteilen“; wo ein Nein auf eine Vorfrage die Antwort gesetzt hat, steht in der Anmerkung „aus Vorfrage“. Das dauert bei großen Berichten bis zu einer Minute; danach erscheint „PDF herunterladen“.
Das PDF gibt den Stand Ihrer Bewertung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Ändern Sie danach eine Bewertung, entsteht beim nächsten Mal ein neues PDF.
Belegbilder bleiben nur eine begrenzte Zeit im Dienst; der Bericht nennt das Datum. Das PDF ist Ihr Archiv: Wer die Bilder länger braucht, lädt es vorher herunter. Das PDF ist getaggt und hat Lesezeichen aus den Überschriften.
Zuletzt gegen das Produkt geprüft am 25. Oktober 2026. Als Markdown
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Ihre Frage ist nicht beantwortet?
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