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Die Konformitätsaussage – und wann Sie abweichen dürfen

Wie die Anwendung vollständig, teilweise oder nicht konform vorschlägt, wann Sie einen anderen Stand wählen dürfen und warum das begründet werden muss.

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Jede Erklärung sagt, wie weit die Website die Anforderungen erfüllt. Diese Konformitätsaussage ist der Satz, auf den Leserinnen, Behörden und Gerichte zuerst schauen.

Der Vorschlag

Auf der Seite zur Veröffentlichung steht unter „Freigabe“ der „Ermittelter Stand:“ mit einer kurzen Begründung. Er ergibt sich aus den Befunden der Prüfung, aus Ihren Antworten auf die manuellen Prüfschritte und daraus, wie viele Erfolgskriterien nicht beurteilt sind.

Woraus sich der Stand ergibt

Die Anwendung führt jedes Erfolgskriterium des Konformitätsziels in genau einem von vier Ständen:

Stand Bedeutung
„Erfolgskriterien ohne Befund“ Die Prüfung misst das Kriterium vollständig und hat nichts gefunden.
„nach eigener Beurteilung erfüllt“ Die Messung reicht nicht aus, und Sie haben jede Frage dazu mit „erfüllt“ oder „trifft nicht zu“ beantwortet.
„Erfolgskriterien mit Befund“ Ein Mangel aus der Prüfung oder eine Frage, die Sie mit „nicht erfüllt“ beantwortet haben.
„nicht beurteilt“ Alles andere – etwa eine offene Frage, die Antwort „kann ich nicht beurteilen“ oder ein unsicheres Ergebnis unter „Zu prüfen“, das noch niemand entschieden hat.

Wie Sie ein Kriterium selbst beurteilen: Manuelle Prüfschritte beantworten.

Daraus schlägt die Anwendung vor:

  • „vollständig konform“, wenn kein Kriterium einen Befund hat und keines nicht beurteilt ist – die Bedingungen stehen unter Was nicht geht.
  • „nicht konform“, wenn ein kritischer Befund offen ist oder die Prüfung zu wenige Seiten auswerten konnte.
  • „teilweise konform“ in allen übrigen Fällen.

Abweichen

Unter „Abweichende Konformitätsaussage“ können Sie einen anderen „Stand“ wählen. Dann ist eine „Begründung“ Pflicht. Vorschlag, Ihre Wahl und die Begründung werden gemeinsam mit der Fassung festgehalten – nachvollziehbar, wer welche Bewertung verantwortet. Die Zusammenfassung vor der Freigabe weist darauf hin.

Gründe für eine Abweichung können sein, dass Sie Mängel kennen, die die automatische Prüfung nicht finden kann – dann ist ein strengerer Stand richtig.

Was nicht geht

„vollständig konform“ schlägt die Anwendung nur vor und lässt sich nur wählen, wenn alles Folgende zutrifft:

  • Kein Befund ist offen oder als Einschränkung bewertet.
  • Keine Frage der Prüfschritte ist mit „nicht erfüllt“ beantwortet.
  • Kein Erfolgskriterium ist nicht beurteilt. Bei einer Prüfung gegen WCAG 2.2 gibt es zu einigen Kriterien noch keine Frage; sie bleiben nicht beurteilt, und der Stand lautet dort höchstens „teilweise konform“.
  • Kein unsicheres Ergebnis wartet mehr auf Ihre Entscheidung. Solange eine Fundstelle unter „Zu prüfen“ steht, bleibt ihr Erfolgskriterium nicht beurteilt – auch wenn Sie die Frage dazu mit „erfüllt“ beantwortet haben. Der Überblick nennt diese Kriterien: Unsichere Ergebnisse beurteilen.
  • Keine Frage, die die Veröffentlichung sperrt, ist offen.
  • Die Prüfung ist belastbar: Den Prüfbericht lesen.

Ein Werkzeug, das eine Falschangabe bequem macht, wäre für Sie das größere Risiko als eines, das sie verhindert. Soll ein Befund nicht mehr zählen, weil er kein Mangel ist, bewerten Sie ihn entsprechend: Befunde bewerten. Ist ein Kriterium nicht beurteilt, beantworten Sie die Fragen dazu, soweit es welche gibt: Manuelle Prüfschritte beantworten.

Was die Erklärung über Unbeurteiltes sagt

Die Erklärung nennt, wie viele Erfolgskriterien nicht beurteilt wurden, und sagt, dass sie zu ihnen keine Aussage trifft. Ist keines offen, steht im Absatz zur Methode stattdessen, dass die übrigen Anforderungen selbst beurteilt wurden.

Sie können also veröffentlichen, ohne jede freiwillige Frage beantwortet zu haben. Die Erklärung lautet dann höchstens „teilweise konform“ und sagt offen, worüber sie nichts aussagt. Wie sie das tut, hängt davon ab, ob es außerdem Mängel gibt:

  • Es gibt bekannte Mängel. Unter dem Stand steht „Grundlage: …“ mit der Zahl der Befunde und der nicht bestandenen Prüfschritte, dahinter als eigener Satz, wie viele Erfolgskriterien nicht beurteilt wurden. Darunter folgt die Liste der Mängel. Im Absatz zur Methode steht: „Von den … Erfolgskriterien wurden … nicht beurteilt; zu ihnen trifft diese Erklärung keine Aussage.“
  • Es ist kein Mangel bekannt, aber nicht alles ist beurteilt. Dann behauptet die Erklärung keine Mängel und kein „überwiegend erfüllt“. Sie lautet: „Zu den beurteilten Anforderungen sind uns keine Mängel bekannt. … von … Erfolgskriterien wurden nicht beurteilt.“ Eine Liste der Mängel gibt es dann nicht, und der Absatz zur Methode sagt nur noch, dass die Erklärung zu den nicht beurteilten Kriterien keine Aussage trifft. Bei öffentlichen Stellen steht der Abschnitt zu den barrierefreien Alternativen dann nur, wenn Sie welche eingetragen haben.

Ein Hinweis der Prüfung – eine Empfehlung, kein Verstoß – zählt dabei nicht als Mangel. Hinweise stehen deshalb nie in der Erklärung, auch nicht neben einem Mangel; im Prüfbericht finden Sie sie weiterhin.

Wenn Sie schon eine Erklärung veröffentlicht haben

Früher zählten nur Befunde und wenige Fragen. Erfolgskriterien, die weder gemessen noch abgefragt wurden, blieben unerwähnt. Jetzt zählen sie als nicht beurteilt.

  • Veröffentlichte Fassungen bleiben, wie sie sind. Ihr Text wird nicht nachträglich geändert.
  • Der nächste Entwurf kann anders lauten. Wo bisher „vollständig konform“ stand, kann der Vorschlag jetzt „teilweise konform“ sein – nicht, weil Ihre Website schlechter geworden wäre, sondern weil die Erklärung nun benennt, was nicht beurteilt wurde.
  • Sie haben es weitgehend in der Hand. Beantworten Sie die Fragen zu den unbeurteilten Kriterien, zählen diese als nach eigener Beurteilung erfüllt oder als Mangel – und der Stand folgt daraus. Die Ausnahme: Wird gegen WCAG 2.2 geprüft, gibt es zu einigen Kriterien noch keine Frage. Sie bleiben nicht beurteilt, und der Stand lautet höchstens „teilweise konform“.

Im Accessibility Conformance Report

Der Report für die US-Beschaffung führt jedes Kriterium einzeln. Ein Kriterium ohne Befund, das die Prüfung vollständig misst, steht dort als „Supports“. Ein nach eigener Beurteilung erfülltes Kriterium steht ebenfalls als „Supports“, immer mit dem Vermerk, dass es von der erklärenden Stelle selbst beurteilt wurde. Was nicht beurteilt ist, steht als „Not Evaluated“. Mehr dazu: Den Entwurf selbst einsetzen.

Warum „teilweise“ kein Makel ist

Die meisten Websites sind teilweise konform. Eine Erklärung, die offen benennt, was noch nicht barrierefrei ist, was nicht beurteilt wurde und wie Betroffene trotzdem ans Ziel kommen, erfüllt ihren Zweck – eine, die „vollständig“ behauptet und es nicht ist, nicht.

Zuletzt gegen das Produkt geprüft am 8. Oktober 2026. Als Markdown

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